Bewusstsein bedeutet zu unterscheiden. Das Bewusstsein bzw. die Besinnung unterscheidet den Menschen von den Tieren und von der Materie. Die Absicht unterscheidet die gottesdienstlichen Handlungen von der Angewohnheit. Eine bewusstlose Absicht ist nicht möglich und eine gottesdienstliche Handlung ohne Absicht ist ebenfalls nicht möglich. Jemand fastet nicht, weil er irgendwo eingeschlossen wurde und somit bis zum Abend ohne Wasser und Essen auskommen musste oder jemand der aufgrund eines Steines stolpert und dessen Stirn auf den Boden kommt, erhält auch nicht die Belohnung eines Sajda´s (Niederwerfung).
Früher kam man mit Kamelen zum Hajj und zur Umra. Mit Kamelen hat man die Strecken nach Arafat, Muzdalifa und nach Mina bewältigt. Jetzt fährt man zu diesen Zwischenstationen mit Autos der Marken Ford, Mercedes usw. Aber es gab keine „Hajji Kamele“ und es wird auch keine „Hajji Ford“s und „Hajji Mercedes“e geben. Der Grund ist eindeutig: Sie haben kein Bewusstsein.
Ich schreibe gerade diese Zeilen im Haram ash-Sharif. Also in Mekka, die „Mutter aller Städte“; aus dem Gebiet von Ibrahim, Hajar, Muhammad (allen salat und salam). Trotz des vielen Kummers, der Verfremdung, des Verrates ist der Geist dieser Stadt lebendig. In dieser Stadt gibt es etwas, das tief in den Menschen wirkt. Dieses „etwas“ hält das Herz des Menschen fest und schüttelt es, rüttelt es, einwickelt es, erwürgt es. Der Geist des Menschen wird eins mit dem Geist der Stadt. Man fängt an, das Herzklopfen der Kaaba, also eines Steines zu hören. Man entdeckt, dass auch Steine Herzen haben können. Für all dies ist „das Bewusstsein“ die Mindestanforderung.
Und wenn kein Bewusstsein vorhanden ist?
Plötzlich ändert sich die Eigenschaft des Geschehens und der Hajj und die Umra wird zum Glaubens-Tourismus und dann wird der Ernst des Ergebnisses das Innere des Menschen verbrennen und verkümmern. Wie sieht derjenige, der einen Stein anstelle eines Herzens trägt, das Herzklopfen des Steines der Kaaba? Er ist in der Rolle eines Armseligen, der seinen Brief im goldenen Umschlag ohne es zu lesen runterschluckt. Wo der Finger zum Mond zeigt, schaut er nicht zum Mond sondern auf den Finger. Anstatt „aus“ der Fensterscheibe herauszuschauen, schaut er sich die Fensterscheibe an; natürlich wird er die bemitleidenswerte Lage, in die er wegen dem Beschlag des eigenen Dunstes geriet, nicht bemerken und sagen „Ich kann doch nichts sehen?“.
Das Osmanische Reich hat Üsküdar (ein asiatischer Stadtteil des heutigen Istanbul) als „Haram“ erklärt und gesagt „Es soll die Partnerstadt von Mekka sein“. Dies wurde gemacht, um die natürliche Pflanzendecke zu schützen und all dies bedeutet: „Haram ash-Sharif zu produzieren“. Und die Umma ist mit dem unachtsamen Konsumieren des „Haram“ beschäftigt.
Diese Konsum-Tugend wird die Umma vernichten; und es zerstört es auch. Es verbraucht unachtsam die eigene Werte, Heiligkeiten und Substanzen. Es verbraucht den Islam, es verbraucht den Glauben, das Fasten, den Eid (Bayram bzw. Fest), das Opfer; und es verbraucht das Harameyn (Das Gebiet Mekka, Medina, Taif). Es produziert nicht, assimiliert nicht, verinnerlicht nicht…
Denn Produzieren benötigt Anstrengung, benötigt Arbeit, Schweiß des Angesichtes, Schweiß des Gedächtnisses, benötigt Schweiß des Herzens; es benötigt einen Preis. Selbstverständlich benötigt es Wissen, es benötigt Anhäufung, es benötigt Hardware (Ausrüstung), es benötigt Würdigkeit; und vor all diesen benötigt es Bewusstsein.
Die Kaaba wartet auf die Intelligenten, die Herzensstücken, die Denker, die reinrassigen köpfe dieser glücklosen, unterdrückten und armseligen Umma. Aber abgesehen von den Ausnahmen schickt und wertschätzt diese Umma zu „diesem atomaren Zentrum der Liebe“ nur die, die hinsichtlich des Wissens, der Anhäufung, des Benehmens, des Auftretens, der Intelligenz und des Bewusstseins am wenigsten entwickelt sind.
Obwohl es ist an der Zeit. Es muss schnell gehandelt werden, um Mobilisierung zu starten, damit die Städte wieder mit Mekka und Medina zu Partnerstädten gekrönt werden können. Es müssen die Ärmel gekrempelt werden, um jedes Masjid und jede Moschee als Filiale von der Kaaba zu machen. Das Feuer, um jedes Brunnen einen Geschmack des Zamzam, jedem Stein einen Duft des Hajar al-aswad´s zu transportieren, muss in die Herzen fallen.
Und dafür ist der erste Schritt sich zu besinnen.
Es wird kein Käppchen, kein Rosenkranz, kein Miswak gekauft. Meinen Freunden empfehle ich anstelle Datteln besinnende Werke anzubieten. Selbstverständlich denen, die auf das innere ihres Kopfes wertlegen als auf das äußere ihres Kopfes…
Freitag, 30. November 2007
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